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Mexiko: Sechs mutmaßliche Migrantenmörder tot
Mexiko-Stadt (dpa) - Sechs der mutmaßlichen Täter, die Ende August im Norden Mexikos 72 Migranten aus Mittel und Südamerika erschossen haben, sind nach Angaben der Regierung inzwischen tot. Drei Leichen seien infolge eines anonymen Anrufes nach dem Massaker gefunden worden.
Drei weitere wurden bei einer Schießerei mit Soldaten getötet, teilte der für Sicherheit zuständige Regierungssprecher Alejandro Poiré am Montagabend (Ortszeit) in Mexiko-Stadt mit.
Die drei Leichen wurden an einer Straße bei der Stadt Abasolo gefunden und von einem Überlebenden, einem Mann aus Honduras, als Täter identifiziert, wie der Sprecher weiter mitteilte. Die Schießerei zwischen den Soldaten und mutmaßlichen Killern ereignete sich am 23. August, einen Tag nach den Morden auf einer Farm bei San Fernando in Tamaulipas. Dort hatten Mitglieder der kriminellen Bande der «Los Zetas» die Migranten erschossen, weil diese sich geweigert hatten, sich von ihnen anwerben zu lassen.
Unterdessen hat die mexikanische Polizei in den vergangenen Tagen mehrfach Migrantentransporte abgefangen. Am Sonntag beschlagnahmte sie im Bundesstaat Veracruz einen Lastwagen, in dem 80 Migranten nach Norden in Richtung USA transportiert wurden. Sie waren nach Behördenangaben in dem Anhänger des Fahrzeuges unter inhumanen Bedingungen zusammengepfercht.
Am 24. August wurden 21 Guatemalteken ohne Papiere festgesetzt und am 28. August wurden in Hidalgo nördlich von Mexiko-Stadt 80 Menschen aus Zentralamerika festgenommen, die auf einem Güterzug in Richtung Norden fuhren. Offiziellen Schätzungen zufolge versuchen pro Jahr rund 180 000 Menschen aus Mittel-, aber auch aus Südamerika, durch Mexiko die USA zu erreichen. Dabei sind sie kriminellen Banden und korrupten Funktionären schutz- und rechtlos ausgeliefert.
© sueddeutsche.de - erschienen am 07.09.2010 um 08:21 Uhr